"Eine Zwiebel ist so viel wert wie eine ganze Apotheke",

Zwiebeln – die gesunden Scharfmacher!

 

 

 

 

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Küchenzwiebeln und ihre Verwandten dürfen in kaum einem Gericht fehlen, rund 20 Pfund der scharfen Knollen verzehrt jeder Bundesbürger pro Jahr.

Doch das Liliengewächs glänzt neben Würzkraft noch mit weiteren Talenten.

"Eine Zwiebel ist so viel wert wie eine ganze Apotheke", stellte der berühmte Arzt Paracelsus schon im 16. Jahrhundert fest und die moderne Medizin bestätigt seine Einschätzung.

Zwiebeln enthalten kaum Kalorien, viele Mineralstoffe (vor allem Kalium, Calcium und Magnesium) sowie Vitamine (A, B und C), Folsäure, Eisen, Zink und andere Inhaltsstoffe. Diese besondere Kombination macht sie zu einem bewährten Haus- und Naturheilmittel. Die scharfen Knollen schützen das Herz, helfen bei Erkältungen und gegen Entzündungen.

Die wirksamste Waffe der Zwiebel ist ihre desinfizierende Wirkung, die sie durch das schwefelhaltige ätherische Öl Allicin und andere Schwefelverbindungen, wie Ajoen, erhält.

Dazu kommt ihr hoher Gehalt an Quercetin, einem Farbstoff, der als krebshemmend gilt und gegen Bakterien sowie freie Radikale helfen soll.

Außerdem enthält das gesunde Gemüse insulinähnliche Hormone, so genannte Glucokinine. Wie welche Stoffe genau wirken, ist zum Teil noch nicht detailliert erforscht. Unstrittig sind die positiven Effekte auf den Körper.

 

Hilft von innen …

Die Zwiebel
- wirkt wie ein natürliches Antibiotikum und hemmt Entzündungen.
- unterstützt die Senkung Blutdruck und Blutfettwerte.
- regt die Verdauung an.
- wirkt entwässernd.
- unterstützt das Immunsystem.
- lindert Husten und Heiserkeit.
- macht das Blut "dünner" und schützt so vor Herzinfarkt Arteriosklerose und Thrombose.
- lindert Allergiebeschwerden.
- wirkt gegen Maden und Spulwürmer.

… und von außen

- hilft bei Insektenstichen.
- wirkt heilungsfördernd bei Mittelohrentzündungen.
- fördert das Abheilen von Abszessen.
- lindert Hämorrhoiden.
- kann zur Narbenpflege verwendet werden.
- hilft gegen Warzen.
- lindert Rheuma und Ischias.
- vermindert Schuppen, Haarausfall und pflegt die Kopfhaut.
- wirkt gegen Nagelbettentzündungen.

Eine stattliche Liste, die sich noch fortsetzen ließe. Man muss aber nicht krank sein, um die Zauberkraft der Zwiebel zu schätzen. Wegen ihres hohen Energiewertes, der wenigen Kalorien und des gut verwertbaren Zuckers gilt sie manchen Hochleistungssportlern sogar als "gesundes Doping".

 

 

"Hat sieben Häut’, beißt alle Leut"

Botanisch gehört die Zwiebel zu den Liniengewächsen und ist mit Tulpen ebenso verwandt wie mit Spargel. Allium cepa (lat.) ist einkeimblättrig wie Getreide und bildet wenig Wurzeln. Die Blätter sind fleischig, hohl und wasserreich. Zählt man alle Sorten, auch die wilden, zusammen, kommt man auf über 300 verschiedene. Der Name der Zwiebel leitet sich vom lateinischen Wort cepula ab, was so viel wie Köpfchen bedeutet. Die bezieht sich auf die kugelige Form der Zwiebel.

Die Zwiebel kommt ursprünglich wahrscheinlich aus Zentralasien und kam wahrscheinlich über Ägypten und dem römischen Reich zu uns. Schon im Altertum wurde sie sowohl als Nahrungsmittel als auch als Gewürz und Heilpflanze verwendet. Seit über 5.000 Jahren wird die Zwiebel gezielt angebaut und ist damit eine der ältesten Kulturpflanzen überhaupt. Beim Bau der Pyramiden bekamen die Arbeiter Zwiebeln, Knoblauch und Rettich zur Stärkung. Bei den Römern zählten Zwiebeln zu den Grundnahrungsmitteln. Hierzulande begann der Siegeszug der scharfen Knollen allerdings erst im Mittelalter, und zwar zunächst als Mittel gegen Pest und Cholera.

 

 

 

Ganz schön "vielschichtig"

Zwiebeln geben zum Beispiel Salaten eine besondere Würze.

Ob roh, geröstet oder gekocht, in Saucen oder im Salat, in Ringen, Würfeln oder Streifen: Zwiebeln passen (fast) immer und geben vielen Speisen erst den nötigen Pfiff. Deshalb kochen neun von zehn Bundesbürgern auch regelmäßig mit dem "Alltagsgemüse". Als Aromaträger ist es für viele Rezepte unentbehrlich. Zwar besitzt die rohe Knolle die größte heilende Kraft, doch auch gekocht tut sie gut – vor allem in der naßkalten Jahreszeit, z.B. als Zwiebelsuppe, in Eintöpfen oder auch als heilender Aufguss.

 

 

Weiß, rot, violett oder braun?

 

 

  

 

Das Zwiebel-Sortiment ist in Geschmack, Form, Farbe und Größe äußerst vielfältig. Es gibt flache, ovale, längliche, platte und kugelförmige Sorten. Man unterscheidet je nach Aussaat zwischen Winter- und Sommerzwiebeln.

Schalotten, ovale Zwiebeln ("cuisse de poulet"), rote Zwiebel, Küchenzwiebel, weiße und Lauchzwiebel (von links nach rechts)

Die gängigsten Sorten:

·                     Küchen- oder Speisezwiebeln sind die bekanntesten Vertreter, klein bis mittelgroß, recht scharf und würzig, monatelang haltbar und Multitalente in der Küche.

·                     Gemüsezwiebeln sind groß und mild-aromatisch, sie eignen sich zum Füllen und lassen sich nur kurze Zeit lagern.

·                     Frühlingszwiebeln gibt es trotz des Namens das ganze Jahr über, sie werden mit den hohlen grünen Schaftblättern angeboten, eignen sich für Salate und sind in asiatischen Speisen unentbehrlich. Sie sind nur kurz haltbar und müssen als einzige Sorte gekühlt werden.

·                     Rote Zwiebeln stammen aus Italien, sind süß, auffallend rot bis leuchtend violett und nur mild scharf. Sie eignen sich zum Rohessen und passen gut in Salate und Suppen. Durch den hohen Gehalt an Anthozyanen (Bioaktivstoffe, die die Körperzellen vor Schäden schützen) sind sie sehr gesund, aber nur wenige Wochen haltbar.

·                     Schalotten, auch Eschalotten genannt, sind die Feingeister in der Küche. Ihr mildes Aroma passt zu raffinierten Speisen, edlem Fisch und zartem Gemüse. Sie sind eher klein und länglich, je nach Sorte rosa bis kupferrot.

·                     Silber- oder Perlzwiebeln sind die kleinsten Verwandten der Speisezwiebel und ideal zum Einlegen oder als Dekoration.

 

Übrigens: Die scharfe Würzknolle sollte man nicht im Kühlschrank aufheben, sondern trocken und kühl im Vorratsraum oder Keller. Auch nicht zu lange vor Gebrauch schälen und schneiden, da sonst die gesunden Inhaltsstoffe in die Luft entweichen!

 

 

Zwiebeln schneiden: Nicht weinen!

Da die Zwiebel in der Küche meist geschnitten verwendet wird, drückt sie manchmal ganz schön auf die Tränendrüsen. Denn die ätherischen Öle, die beim Schneiden frei werden und die sie so gesund machen, reizen unsere Schleimhäute. Hier ein paar Tipps gegen die Tränen:

 

-          Zurückgelehnt im Sitzen schneiden (die beißenden Dämpfe ziehen so an den Augen vorbei), ein großes scharfes Messer mit breiter Klinge verwenden und durch den Mund atmen.

-          Bestimmte Zwiebelsorten bringen die Augen weniger zum Tränen, z.B. Schalotten.

-          Zwiebel unter kaltes Wasser halten, ein nasses Messer und ein nasses Schneidbrett verwenden.

-          Schalten Sie eine Dunsthaube auf höchste Stufe und schneiden Sie die Zwiebeln unter ihr. Die tränenverursachenden Dämpfe der Zwiebeln werden somit schnell abgezogen. Alternativ die Zwiebel an der offenen Fenster schneiden!

-          Zunächst wird die (nicht bewurzelte) Spitze abgeschnitten. Die Wurzel bleibt erstmal dran!

-          Dann wird die harte äußere Schale entfernt. Wenn man auch gleich die erste weiche Schicht mit einschneidet, abzieht und wegwirft, wird die Zwiebel kaum kleiner und man erspart sich viele unnötige Mühen.

-          Die Zwiebel jetzt an der breitesten Stelle so halbieren, dass der Schnitt durch die Wurzel geht.

-          Jetzt mit der flachen Seite aufs Brett legen. Auf der Haut sind feine Linien zu erkennen, gewissermaßen die Bedienungsanleitung. An diesen Linien wird die halbe Zwiebel eingeschnitten, fast, aber nicht ganz bis zur Wurzel.

-          Anschließend noch ein- oder zweimal parallel zum Brett ebenfalls in Richtung Wurzel einschneiden. Jetzt haben wir praktisch Zwiebelstreifen, die alle von der Wurzel zusammengehalten werden.

-          Zum guten Schluss wird das Ganze flott und entschlossen in Würfel geschnitten. Das Stückchen mit der Wurzel kommt ab in den Kompost.

-          Während des Schneidens einen Schluck kaltes Wasser in den Mund nehmen und drinbehalten. Wenn’s länger dauert, das erwärmte Wasser durch kaltes ersetzen.

-          Alternativ: Taucherbrille aufsetzen! Sieht zwar doof aus, hilft aber am besten gegen Zwiebeltränen.

 

 

 

Tipp: Zwei häufige Fehler bei der Zwiebelverwendung sind:

1. Verwendung roher Zwiebeln – von Gemüsezwiebeln und einigen anderen speziellen Sorten abgesehen, sind rohe Zwiebeln als Zutat meist penetrant und sorgen nicht selten für einen stundenlangen Nachgeschmack. Abhilfe kann hier (wenn man keine gegarten Zwiebeln verwenden möchte) ein ca. 15-minütiges Wässern schaffen. Danach die Zwiebeln sorgfältig ausdrücken und dann weiterverwenden. Sie sind jetzt geschmacklich milder.

2. Mutwilliges Verbrennen von Zwiebeln – z. B. bei Bratkartoffeln sollte man niemals die Zwiebeln schon vorher anbraten. Dunkelbraune bis schwarze Zwiebeln sind bitter und zerstören das gesamte Gericht. Besser die Zwiebeln erst später zugeben oder mit deutlich mehr Fett bei deutlich geringeren Temperaturen schmoren. Sanft gegarte Zwiebeln werden goldgelb und entwickeln eine würzige Süße.

 

Es gibt vielerlei Möglichkeiten, die Zwiebel als Heilmittel einzusetzen, wobei das Essen der Zwiebel wohl am verbreitetsten ist.

 

Einreiben gegen Insektenstiche

Wenn man von einem Insekt, z.B. Wespe gestochen wurde, dann kann man eine Zwiebel aufschneiden und die Stichstelle damit einreiben.

Sobald die Schnittkante der Zwiebel trocken geworden ist, drückt man die Zwiebel etwas zusammen, bis neuer Saft erscheint. Dann kann man die Behandlung des Insektenstiches wiederholen.

Nach etwa fünf Minuten müsste der Schmerz nachlassen.

In den meisten Fällen kommt es später nicht zur Schwellung der Stichstelle.

 

Zwiebelsäckchen gegen Ohrenentzündung

Bei Ohrenentzündungen hackt man die Zwiebel fein und wickelt sie in ein dünnes Baumwolltuch. Zum Einwickeln geht auch ein Schlauchverband oder ein Teefilter aus dünnem Filterpapier.

Die Zwiebelpackung wird erhitzt, beispielsweise über Wasserdampf (Achtung! Nicht die Finger verbrühen).

Die erwärmte Zwiebelpackung legt man auf das schmerzende Ohr. Am besten mit einem Schal, einer Mütze oder einem Stirnband befestigen und eine gute halbe Stunde einwirken lassen.

Danach noch etwas ausruhen.

Diesen Vorgang drei mal täglich wiederholen.

So ein Zwiebelsäckchen kann man auch gegen Schmerzen beim Wasserlassen auf die Blasengegend auflegen.

 

Zwiebeltampon gegen Unterleibsentzündungen

Gegen Scheidenkatarrh, Gebärmutterentzündung und Eierstockentzündung kann man einen Zwiebeltampon zubereiten.

Dazu reibt man eine Zwiebel fein zu Mus und gibt diese Masse in Gaze.

Dieses tamponartige Päckchen führt man in die Scheide ein und lässt es fünf Stunden lang einwirken.

Zwei bis drei mal täglich wiederholen.

Schon nach einem Tag sollte eine Besserung zu spüren sein.

 

Erwärmte Zwiebelscheiben

Angewärmte Zwiebelscheiben kann man auf Geschwüre, Nagelbettentzündungen und schlecht heilende Wunden auflegen.

Bei grippalen Infekten kann man mehrere Zwiebelscheiben um den Hals herum festbinden und einwirken lassen. Nach einer halben Stunde den Umschlag erneuern.

 

Zwiebelsaft

Frischer Zwiebelsaft hilft gegen Wasser in den Beinen und anderen Körperteilen.

Als Einreibung hilft Zwiebelsaft gegen Flechten, Haarausfall und Schuppen.

Auch bei rheumatischen Schmerzen kann man durch Zwiebelsaft-Einreibung Erleichterung finden.

Brüchige Finger- und Fussnägel gewinnen durch Zwiebelsaft-Einreibungen neue Elastizität.

 

Zwiebel im Salat

Allgemein gesundheitsfördernd, vor allem auch für die Gefässe und dadurch auch für das Herzkreislaufsystem und den Blutdruck ist es, die Zwiebel roh in den Speiseplan einzubauen.

Bei Diabetis hilft die Zwiebel, den Blutzucker zu senken und gehört daher bei jedem Diabetiker regelmässig auf den Tisch.

Damit die Zwiebel im Salat milder schmeckt, kann man sie fein würfeln und mit etwas Salz bestreuen. Das Salz lässt man eine viertel bis halbe Stunde einwirken. In dieser Zeit wird die Zwiebel-Salz-Mischung saftig.

Anschliessend kann man Essig dazugeben und wieder eine viertel bis halbe Stunde einwirken lassen.

Nach dieser Zeit sind die Zwiebeln mild und süss.

 

Zwiebelgemüse

Für viele Gerichte gehören gebratene oder gedünstete Zwiebeln standardmässig dazu.

Aber nur selten werden Zwiebeln als eigenständiges Gemüse zubereitet. Dabei schmecken sie sehr zart und süss.

Man kann sie entweder einfach ungeschält in Wasser kochen. Anschliessend flutschen sie förmlich aus den Häuten. Sehr lecker schmecken sie so mit Pellkartoffeln und Quark.

Oder man dünstet sie mit etwas Pflanzenöl an. Wer es mag giesst einen Schuss Wein dazu, sobald die Zwiebeln leicht glasig sind. Mit Salz, Pfeffer und Paprika abgeschmeckt, wahlweise auch mit Thymian und nach gut zwanzig Minuten ist ein leckeres Gemüse fertig.

 

Zwiebel-Honig

 

 

 

Zwiebeln zusammen mit Honig ergänzen sich hervorragend, weil sie beide gegen Infektionen wirken, wenn auch auf unterschiedliche Weise.

Der Zwiebel-Honig hilft gegen Husten und Halsentzündung, er fördert aber auch den Stoffwechsel und die Verdauung. Auch als Einreibung gegen Wunden und Geschwüre kann man ihn verwenden.

Der Honig zieht den Saft aus den Zwiebeln, sodass er nach einer Weile flüssiger wird und die Wirkstoffe der Zwiebel enthält.

Zutaten

·                    Eine Zwiebel

·                    3 EL Honig

Anleitung

1.                 Lege die Zutaten bereit.

2.                 Schneide die Zwiebel in feine Würfel.

3.                 Füll die Zwiebelwürfel in ein Glas.

4.                 Jetzt wird der Honig gebraucht

5.                 Fülle etwa drei Esslöffel in das Glas mit den Zwiebeln.

6.                 Rühre den Honig unter.

7.                 Verschliesse das Glas und lass die Mischung für 6 bis 24 Stunden ziehen.

8.                 Nach der Ruhezeit hat sich Flüssigkeit im Glas abgesetzt.

9.                 Wenn man das Glas öffnet, kann man sehen, wie die Zwiebelstücke quasi in dem Zwiebelhonig schwimmen.

10.             Man kann den Zwiebelhonig jetzt einfach aus dem Glas löffeln.

11.             Oder man siebt den Zwiebelhonig ab.

12.             Dazu nimmt man am besten ein Sieb und ein anderes Glas.

13.             Der Zwiebelhonig läuft relativ zügig durch das Sieb.

14.             Wenn man die Wirkstoffreste in der Zwiebel-Honig-Mischung nutzen will, kann man die Mischung ausdrücken oder man giesst ihn als Tee auf, der auch sehr gut gegen Husten und für den Stoffwechsel ist.

15.             Den fertigen Zwiebelhonig kann man teelöffelweise einnehmen.

16.             Im Kühlschrank hält der Zwiebelhonig etwa einen Tag.


Einkauf
Zwiebeln müssen trocken und fest sein und dürfen keine grünen Spitzen zeigen.
Angefaulte Zwiebeln sofort aussortieren, damit sie die anderen nicht anstecken

 

Lagerung
Wenn man die schnelle Keimung bei Zwiebeln verhindern möchte, sollte man eine Scheibe Brot dazu legen.

 

 

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