Kalorienarm, nährstoffreich und gesund:

Rhabarber – das Frühlingsgemüse mit „Stiel“

  

·         Zunächst einmal - er ist eigentlich gar kein Obst, sondern ein "Stielgemüse", weil er botanisch eine Staude ist und weil man ja nicht die Früchte, sondern die Stängel isst.

·         Seit fast 5000 Jahren wird der Rhabarber in China als Arzneipflanze kultiviert - vor allem zur Darmreinigung. Allerdings wird zu medizinischen Zwecken vor allem der Wurzelstock verwendet. Heute noch treffen sich alljährlich die Pflanzeneinkäufer aus aller Welt in der chinesischen Stadt Kanton, um dort für die Herstellung von (Abführ- ) Pillen diese Wurzeln und Extrakte daraus zu kaufen, die östrogenhaltig sind.

·         Von China gelangte der Rhabarber zunächst ins russische Zarenreich, und die Römer sollen ihn deshalb "rheum barbarum" genannt haben, weil er "von den Barbaren" kam.
In Deutschland ist er erst seit knapp 150 Jahren zu Hause, ein Engländer brachte die ersten Rhabarberstauden hierher.
Ein Phänomen der Pflanze: Die Wurzel ist heilkräftig, die Stiele sind nahrhaft, und die Blätter sind giftig!

·         Man sollte darauf achten möglichst jungen Pflanzen zu essen. Das Freilandgemüse wächst nur in der Zeit von April bis Juni. Die Ernte endet kurz nach der Sommersonnenwende am Johannistag, dem 24. Juni, zeitgleich mit dem Spargel.

·         Rhabarber ist sehr kalorienarm: er enthält auf 100 g nur 20 Kalorien.

·         Der Vitamingehalt ist durchschnittlich, aber die Mineralien, voran viel Kalium, Magnesium, Phosphor, Eisen und etwas Jod, haben ein ausgesprochen herz- und kreislauffreundliches Verhältnis zueinander. Entscheidend für die Gesundheit sind aber vor allem die reichlich vorhandene Zitronen- und Apfelsäure, verschiedene Glykoside, Gerbstoffe, ätherische Öle und auch das darmfreundliche Pektin.
Reine Medizin sind die "Anthrachinone", das sind Wirkstoffe, die sich auch in Aloe und Sennesblättern finden und die stark das Gewebe des Leber-Galle-Systems und der Darmschleimhaut "reizen" und dadurch mehr oder weniger abführen.

·         Da Rhabarber ein Kalzium-Räuber ist, sollte er nicht jeden Tag auf dem Speiseplan stehen. Am besten kombiniert man ihn mit kalziumreichen Lebensmitteln wie Quark, Jogurt oder Milch.

·         Damit ist der Rhabarber als Kompott vorzüglich geeignet zum "inneren Hausputz", zur Reinigung der Gedärme, aber auf viel mildere, ungefährlichere Weise, wie dies zum Beispiel mit Aloe oder Sennesblättern (in Abführmitteln) geschieht.

·         Rhabarber enthält jedoch sehr viel Oxalsäure ( die beim Essen den Mund zusammenzieht). Das bedeutet: erstens darf er nie roh gegessen werden, und die Blätter sind absolut tabu.
Zweitens sollen die Stängel zum großen Teil geschält werden, weil die Haut die meiste Oxalsäure enthält. Und drittens enthält der grüne Rhabarber mehr Oxalsäure als der rote und der späte mehr als der frühe.

·         Die Oxalsäure greift nicht nur den Zahnschmelz an, sondern sie verbindet sich im Organismus auch mit dem Kalzium aus der Nahrung oder aus dem Blut zu Kalziumoxalat. Dieses ist der Grund, dass beim Verzehr von Rhabarber, besonders zusammen mit Milchprodukten, unsere Zähne "stumpf" werden - es haftet darauf. Deshalb soll Rhabarber immer nur in mäßigen Mengen und zur Saison nicht täglich gegessen werden (wenn er auch noch so gut schmeckt). Und Menschen mit Neigung zu Rheuma, Arthritis, Gicht und Nierensteinen müssen leider auf ihn verzichten.

·         Es gibt zwei simple Tricks, die Oxalsäure zu verringern: gleich nach dem Schälen und Kleinschneiden werden die Stücke kurz in kochendes Wasser getaucht (blanchiert); dieses Wasser wird weggeschüttet.
Der Rhabarber wird mit milchhaltigen Speisen kombiniert, wie Flammeri, Pudding, Vanillesoße, Milchreis etc. - das mildert die Säure und gleicht das Kalzium im Körper aus.

Farbe und Geschmack

Die Farbe des Stils und des Fruchtfleisches verrät Ihnen die Geschmacksrichtung:

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Tipps & Tricks für die Zubereitung

Lagerung

·         Heben Sie Rhabarber nie in metallenen Behältern oder in Alufolie auf. Die in der Pflanze enthaltenen Stoffe lösen einen Oxidationsprozess aus, der dazu führt, dass sich Giftstoffe entwickeln.

·         Geschält und geputzt kann man Rhabarber in ein feuchtes Küchentuch eingewickelt mehrere Tage problemlos im Kühlschrank aufbewahren.

·         Tiefgefroren hält er es auch ein halbes Jahr durch, ohne an Qualität zu verlieren.

 

Anbau im eigenen Garten

Wer selbst Rhabarber anpflanzen möchte, sollte einiges beachten:

·         Rhabarber gedeiht am besten an einem halbschattigen Standort.

·         Er braucht mindestens einen Quadratmeter Platz und muss kräftig gegossen werden.

·         Wer schon im Herbst pflanzt, kann sich im Frühling über die ersten Stangen freuen. Richtig los geht die Ernte allerdings erst im zweiten Jahr.

·         Die Erntezeit läuft von April bis Ende Juni und sollte nicht überschritten werden, damit sich die Pflanze bis zum nächsten Jahr regenerieren kann.

·         Rhabarber kann bis zu zehn Jahre an einem Platz stehen, wenn man ihn ausreichend düngt und für genug Feuchtigkeit sorgt.

 

 

Köstliche Rezeptideen:

Wie vielseitig Rhabarber in der Küche zu verwenden ist, zeigen diese köstlichen Rhabarber- Rezepte. Wir wünschen einen Guten Appetit!

·         Rhabarber-Streusel-Auflauf

·         Gertrudenhof Rhabarber-Kuchen

·         Rhabarbersuppe mit Vanilleeis und Erdbeeren

·         Rhabarber-Mousse mit Vanillesauce

 

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