
·
Ziel der Homogenisierung ist es, den mittleren Durchmesser
der in der Milch vorhandenen Fettglobule (mittlerer Durchmesser der nativen
Globule 10 bis 30 µm) unter hohem Druck (150 bis 300 bar) stark zu reduzieren
(mittlerer Tropfendurchmesser 1 bis 2 µm), damit die
Milch nicht aufrahmt und wegen der vergrößerten Gesamtoberfläche leichter verdaut werden kann.
· Physikalisch gesehen kann zwar eine so behandelte Milch immer noch aufrahmen, allerdings steigt die für eine sichtbare Aufrahmung benötigte Zeit sehr stark an, so dass man über die Produktlebensdauer vereinfacht von einer „Aufrahmungsstabilität“ spricht.
· Die Homogenisierung allein führt allerdings nicht dazu, dass die Milch aus mikrobieller Sicht länger haltbar wird.
· Einige Ernährungskritiker merken zudem an, dass die durch die Homogenisierung stark zerkleinerten Fetttröpfchen leichter durch die Darmwand ins Blut wandern und so eine Ursache für Allergien darstellen könnten.

Die auf dem Gertrudenhof
angebotene frische Vollmilch wird nicht im Seperator behandelt,
sondern bleibt in ihrer natürlichen
Form mit ihrem natürlichen Fettgehalt von 3,5 bis 3,8%.
·
Zur Einstellung des Fettgehalts wird die Milch zunächst in
einer Milchzentrifuge (auch Separator genannt) in Rahm und einen fettarmen Teil
getrennt.
·
Anschließend kann der Fettgehalt der Milch durch Hinzufügen
von Rahm beliebig eingestellt werden.
·
Vollmilch mit natürlichem Fettgehalt (typischerweise
zwischen 3,5 und 3,8%) wird hingegen nicht im Separator behandelt, diese
verschwindet aber immer mehr aus den Kühlregalen des Lebensmitteleinzelhandels
|
Bezeichnung |
Behandlung |
Dauer |
Vitaminverlust |
Haltbarkeit |
|
Rohmilch (nur beim Erzeuger) |
unbehandelt |
. |
. |
Gekühlt, trotzdem nur 2-3 Tage |
|
Frische Vollmilch |
Pasteurisierung 72–75 °C |
meist 15 bis 30 Sekunden |
nur ca. 10% |
gekühlt, ungeöffnet 6–10 Tage
|
|
ESL-Milch (extended shelf life) |
Pasteurisierung 123–127 °C oder |
. |
ca. 20–30 % |
gekühlt, ungeöffnet ca. 3 Wochen haltbar Achtung: |
|
H-Milch |
Ultrahocherhitzung |
mind. 2 Sek |
ca. 20 % |
ungekühlt mindestens 6-8 Wochen Achtung: |
Sowohl die frische Milch als auch
aufkonzentrierte Milchprodukte wie Kondensmilch oder Kaffeesahne werden durch
Erhitzen haltbar gemacht.
Dazu gibt es verschiedene
Verfahren:
·
Die Haltbarkeit bezieht sich immer auf die ungeöffnete, von
der Molkerei abgefüllte Milchpackung.
·
Nach der erstmaligen Verwendung ist auch
haltbare Milch im Kühlschrank aufzubewahren und sollte innerhalb weniger Tage
verbraucht werden.
Die frische Vollmilch beim Gertrudenhof wird nur schonend
pasteurisiert bei 75°C und nicht homogenisiert!
Die Vitamine bleiben so gut erhalten und ebenso der
natürliche Milchgeschmack!
Tipp:
Je nach Kühlschranktemperatur kann die Haltbarkeit auch im geöffneten Zustand deutlich verlängert werden.
Eine Absenkung der Kühlschranktemperatur von 7 °C auf 5 °C kann die mikrobielle Stabilität zusätzlich um einige Tage verlängern.

Klicken Sie hier und
erfahren Sie in einem Flyer des AID welche
Informationen sie auf der Milchverpackung finden!
Augen auf beim Milcheinkauf:
Immer mehr Verbraucher denken sie
kaufen frische, hochwertige Vollmilch und haben dann doch die haltbar gemachte
ESL-Milch im Einkaufskorb:
Dieser kleine Artikel will
informieren, damit jeder bewusst entscheiden kann, was er einkauft, denn die
Milchindustrie verschleiert hier nur allzu gerne!
ESL-Milch ist eine
Bezeichnung für Milch, die durch ein spezielles Herstellungsverfahren in
geschlossener Verpackung - zum Beispiel im Verkaufsregal - länger gelagert
werden kann.
·
Bisher bot der Einzelhandel hauptsächlich pasteurisierte
Frischmilch und H-Milch an.
·
die Abkürzung ESL steht für „extended
shelf life“ = längere Haltbarkeit (im Regal).
·
Die Haltbarkeit liegt zwischen der von pasteurisierter (5–7
Tage) und der von ultrahocherhitzter H-Milch (3–6 Monate).
·
Hersteller geben den im Vergleich zur H-Milch besseren
Geschmack und höheren Vitamingehalt und die im Vergleich zur pasteurisierten
Milch längere Haltbarkeit als Vorteile an.
·
Der Begriff „extended shelf life“ (ESL) ist gesetzlich nicht
definiert.
·
ESL-Milch muss ebenso wie pasteurisierte Milch gekühlt
(8–10 °C) werden.
·
Die Haltbarkeit beträgt dann etwa 12 bis 21 Tage in der
geschlossenen Verpackung, bei einer Lagertemperatur von
5 °C sogar 20 bis 40 Tage.
·
Während mit thermischen Verfahren hergestellte ESL-Milch
anfangs als hocherhitzt gekennzeichnet werden musste, ist diese Verpflichtung seit August 2007 entfallen.
·
solche Milch darf seitdem genau wie Frischmilch als
lediglich pasteurisiert deklariert sein. ESL-Milch ist seit 1990 im Handel erhältlich.
·
Sie wird meistens auf den
Verpackungen als „länger frisch“, „längerfrische Milch“, „extra lange
frisch“ oder ähnlich bezeichnet und beworben.
Die klassischen Methoden zur Haltbarmachung von Milch
sind
·
Pasteurisation (30 Sekunden bei 72–75 °C,
gekühlt 5–6 Tage haltbar),
·
Ultrahocherhitzung (H-Milch, 1–4 Sekunden auf 135 °C, bei Zimmertemperatur 3–6
Monate haltbar) und Sterilisierung, thermische Verfahren.
·
Die ESL-Milch ist von der Herstellung zwischen den ersten
beiden anzusiedeln.
Die
längere Haltbarkeit kann durch verschiedene Methoden erreicht werden:
1)
Anstelle einer indirekten Erhitzung im Plattenapparat (Wärmetauscher)
kann eine raschere Erhitzung mit direkter
Dampfinjektion auf 127 Grad durchgeführt werden. Anschließend wird
keimfrei homogenisiert und auf 3 bis 5 Grad Celsius heruntergekühlt (Fallstromerhitzung).
2)
Mittels Mikrofiltration mit
Membranen lässt sich ein Großteil der im Produkt enthaltenen
Mikroorganismen mechanisch abtrennen und damit die Haltbarkeit der Milch
verlängern. Diese Methode ist in Deutschland nicht zur alleinigen
Haltbarmachung von Milch zugelassen, verschiedene Enzyme u. a. werden mit
Membranen nicht abgetrennt oder inaktiviert. Die Kombination von membrantrenntechnischer
und thermischer Behandlung ermöglicht jedoch eine produktschonende Verkürzung
der thermischen Behandlung.
3)
Ein weiterer Ansatz ist die Verwendung von Tiefenfiltern. Der technische Aufwand scheint hier
geringer zu sein, und da eine thermische Behandlung nachgeschaltet wird, ist
eine vollständige Abtrennung nicht notwendig. Neben dem eigentlichen
Herstellprozess spielen im Hinblick auf die Qualität und die Stabilität der
Milch zudem vor- und nachgelagerte Faktoren (Rohmilchbeschaffenheit,
Prozesshygiene und Verpackung sowie Lager- und Distributionsbedingungen) eine
Rolle.
Welches
Verfahren bei der Herstellung angewendet wurde, ist für den Verbraucher in der
Regel nicht zu erkennen.
·
ESL-Milch schmeckt laut Stiftung Warentest „ähnlich frisch
wie herkömmlich pasteurisierte Milch“. Geschmacksabweichungen hängen im
Wesentlichen vom Behandlungsverfahren ab. Der Geschmack ist bei Verwendung des
Mikrofiltrationsverfahrens deutlich besser.
·
In einem Geschmackstest der Sendung „Servicezeit: Essen
& Trinken“ des WDR wurde ESL-Milch von den nicht repräsentativ ausgewählten
Testern fast immer identifiziert und schnitt deutlich
schlechter ab als traditionell hergestellte, nicht homogenisierte Frischmilch.
·
Der Geschmack verdorbener ESL-Milch geht ähnlich wie bei
H-Milch zunächst nur leicht ins Muffig-Bittere über, und nicht deutlich ins Saure wie bei rein pasteurisierter Milch.
Es ist daher schwieriger, durch den Geschmack
festzustellen, ob die Milch verdorben ist.
Vorteile
·
Die längere Haltbarkeit im Vergleich zur ausschließlich
pasteurisierten frischen Milch ist ein bedeutender
Vorteil für den Handel.
·
Während pasteurisierte Milch innerhalb weniger Tage
abverkauft sein muss, kann ESL-Milch in größeren Mengen
auf Vorrat bestellt werden.
·
Das Risiko, zu viel oder zu wenig Milch zu bestellen, ist
für Einzelhändler und Vertriebe wesentlich geringer und Bestellungen können
zeitlich zusammengefasst werden.
·
Das lange Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) bezieht sich auf
die geschlossene Verpackung, denn „längerfrische“ Milch ist nach dem Öffnen
dieser nur noch bis zu einer Woche haltbar, sofern unter dem MHD, und das auch
nur, wenn sie weiterhin gekühlt wird.
·
Wenn die Kühlung nicht ausreichend ist, verdirbt
sie schnell, ohne dass dies sofort deutlich am Geschmack zu erkennen ist.
·
Damit ist sie trotz der intensiveren Haltbarmachung
beim Verbraucher in etwa
genauso haltbar wie frische pasteurisierte Milch, wenn die
Packung nicht geschlossen bleibt.
·
Aufgrund des Vitaminverlustes ist
aber ein Kauf auf Vorrat nicht empfehlenswert,
·
ebenso der Kauf von längerfrischer Milch, deren MHD nicht
mindestens 14 Tage in der Zukunft liegt hat keine Vorteile
·
Das Angebot von frischer Milch wurde weiträumig durch
ESL-Milch verdrängt.
·
Dazu ist aufgrund der ungenauen
Bezeichnungen schwer zu erkennen, ob es sich:
A1) um pasteurisierte und
mikrofiltrierte oder A2) höher erhitzte ESL-Milch,
oder
B) um nur pasteurisierte
Milch handelt.
·
Im Rahmen einer „Selbstverpflichtung“
wird in Zukunft ESL-Milch als „länger haltbar“
gekennzeichnet, die klassische Milch hingegen soll den
Hinweis „traditionell hergestellt“ tragen.
·
Wenn man Joghurt aus ESL-Milch selber zubereiten möchte,
sollte man sie wegen der Homogenisierung (Verhinderung der Aufrahmung) vorher
aufkochen, da sonst der Joghurt schleimig wird und Fäden zieht.
·
Ernährungsberaterin Silke Schwartau von der
Verbraucherzentrale Hamburg kritisierte besonders die mangelnde
Kennzeichnung:
·
Der Verbraucher könne kaum erkennen, welche Milch er kaufe.
„Werden Fisch oder Eier gekocht, würde sie niemand als frisch bezeichnen“,
erklärte Schwartau.
·
Es sei irreführend, wenn Milch maxi frisch heiße,
obwohl sie gar nicht frisch sei.
·
Die Verbraucherzentrale forderte daher eine eindeutige
Kennzeichnung.
·
Zudem appellierte sie an den Handel,
weiterhin Frischmilch anzubieten.
·
Die Vorteile der sogenannten
ESL-Milch habe „einseitig“ der Handel, da die Tüten länger im Regal
stehen können.
·
Nach dem Öffnen der Packung verderbe die ESL-Milch genauso
schnell wie frische Milch.
·
Die Produktion von ESL-Milch sei
aber ökologisch kaum vertretbar, erklärte die Verbraucherzentrale. Sie verbrauche „sinnlos“ Energie für die Erwärmung der
Milch und den Transport der haltbaren Milch über weite Strecken.
·
Regionale Molkereien hätten das Nachsehen.
·
In der EU ist umstritten, ob die durch Fallstromerhitzung
behandelte Milch lebensmittelrechtlich gleichzusetzen ist mit pasteurisierter
Frischmilch. Einige Länder wie z. B. Österreich
oder Italien schreiben ein Verbrauchsdatum von höchstens fünf Tagen nach
Abfülldatum für pasteurisierte Frischmilch vor. Anderenfalls dürfe die
Milch nicht unter der Bezeichnung „frisch“ vermarktet werden.
·
Deutschland hingegen unterscheidet explizit
zwischen pasteurisierter Frischmilch und durch Hocherhitzung pasteurisierter
Milch.
·
Letztere darf dabei ebenfalls den Aufdruck „frisch“ auf dem
Etikett tragen, zeichnet sich aber durch eine Haltbarkeit von 15 bis 20 Tagen
aus.
·
In der Praxis ist es jedoch häufig so, dass auf
den meisten Milchverpackungen pasteurisiert angegeben wird, obwohl der
Inhalt hocherhitzt (fallstromerhitzt) wurde.
·
Eine klare gesetzliche Definition von Frischmilch forderte
der Verbraucherzentrale Bundesverband anlässlich einer Bundestagsdebatte zum
Thema am 13. Februar 2009. „Die Bezeichnung Frischmilch sollte der üblichen
pasteurisierten Milch vorbehalten bleiben“, erklärt Vorstand Gerd Billen.
·
Die Bundesregierung müsse durch verbindliche
Kennzeichnungsvorschriften sicherstellen, dass Verbraucher Frischmilch, H-Milch
und ESL-Milch (extended shelf life) auf einen Blick unterscheiden können.
ESL-Milch
wird im Einzelhandel beispielsweise unter den folgenden Handelsnamen angeboten
(unter anderen):